Ende Februar versammelten sich in Tirana Vertreter von Institutionen, Organisationen, der akademischen Gemeinschaft und der Diaspora, um eines der zentralen Themen für den Westbalkan heute zu erörtern: Wie lässt sich der Umgang mit Abwanderung in ein nachhaltiges Modell der Zusammenarbeit, des Austauschs und der Entwicklung transformieren? Die Konferenz „LeadBalkans 2026“, die vom 25. bis 27. Februar vom Western Balkans Fund organisiert wurde, zeigte, dass die Diaspora nicht „außerhalb“ der Region steht, sondern ein integraler Bestandteil von ihr ist. Anstelle einer Trennung in „hier“ und „dort“ drehten sich die Gespräche um die Idee der Verbundenheit – eine Verbundenheit, die trotz räumlicher Distanz besteht und die in Zeiten intensiver Zirkulation zunehmend prägt, wie Gemeinschaften wachsen, zusammenarbeiten und sich entwickeln.
Der Austausch zwischen Institutionen, der akademischen Gemeinschaft, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft brachte Fragen auf, die aus der Praxis bereits bekannt sind – was in der Zusammenarbeit mit der Diaspora funktioniert, wo Hindernisse bestehen und wie bestehende Initiativen weiterentwickelt werden können.
Bei Tačka povratka (Punkt der Rückkehr) ist dieses Thema nicht neu. Genau dies war auch die zentrale Idee des Panels „Vom Brain Drain zur Zirkulation von Wissen“, an dem der Programmdirektor von Tačka povratka, Uroš Živković, teilnahm.
Im Panel wurde darüber gesprochen, wie die Zirkulation vom Konzept zur Realität werden kann – durch die Entwicklung konkreter Mechanismen, die es Menschen in der Diaspora ermöglichen, sich einzubringen, sei es durch Rückkehr, Remote-Arbeit, Mentoring, Investitionen oder Zusammenarbeit mit Institutionen und Organisationen in der Region. Die Programmmanagerin Bojana Miković leitete den Workshop „Dialog 2.0“ mit dem Ziel, Vorschläge für Formate der Zusammenarbeit zwischen lokalen Gesellschaften und der Diaspora in der gesamten Region auszutauschen.
Wichtig ist zu betonen: Zirkulation bedeutet nicht nur physische Rückkehr, sondern zeigt sich auch in gemeinsamen Projekten, akademischen Kooperationen, Wissensaustausch und geschäftlichen Verbindungen, die Grenzen überschreiten. Es liegt an uns, diese Prozesse zu erkennen, zu unterstützen und sichtbarer sowie zugänglicher zu machen. Die Gespräche bei #LeadBalkans haben gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit der Diaspora nicht spontan entsteht, sondern Vertrauen, stabile und vorhersehbare Systeme sowie klare Wege zur Beteiligung erfordert. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viel Potenzial bereits vorhanden ist – in Menschen, die beitragen möchten, ebenso wie in Initiativen, die diesen Wunsch in konkrete Möglichkeiten umsetzen können.
Quelle und Foto: Tačka povratka

